Filialkirche St. Jakob

Westlich der Stadt Wolfsberg befindet sich das Dorf St. Jakob, dessen Kirche von einem Friedhof samt Mauer umsäumt wird. Nach den alten Schriften hat es in St. Jakob bis zum 15. Jahrhundert eine Kirche in der Nähe des Gutes Kirchbichl gegeben, die während der Türkeneinfälle den Flammen zum Opfer gefallen sein soll. Dies scheint jedoch eher unwahrscheinlich, denn die bestehende Kirche wurde bereits 1300 erstmals urkundlich erwähnt, und es ist kaum denkbar, dass zwei Kirchen in relativ geringem Abstand in einer damals sicher dünn besiedelten Gegend existent waren. Vielmehr kann man annehmen, dass es sich bei der abgebrannten Kirche vielleicht um eine Hauskapelle von Kirchbichl gehandelt hat.
Die Filialkirche St. Jakob ist ein gotischer Bau, der im Laufe der Zeit einige Veränderungen erfuhr. So wurde die Kapelle im 16. Jahrhundert und die Sakristei im 19. Jahrhundert an den Bau angefügt. An der nördlichen Außenmauer sind zwei römerzeitliche Grabsteine sichtbar.
Der Innenraum ist dreijochig mit einem spitzbogigen Triumphbogen und einem gegenüber dem Langhaus höheren Chorabschluß. Eine Rundbogenarkade öffnet den Weg in die Seitenkapelle.
Die Triumphbogenwand schmücken im Jahre 1430 geschaffene und im Zuge einer 1947 durchgeführten Renovierung wiederentdeckte gotische Malereien, das Weltgericht darstellend. Im Fußboden ist das Fragment eines römerzeitlichen Grabsteines eingelassen.
Der Hauptaltar ist barock und stammt aus der Zeit um 1700. Er zeigt die Heiligen Florian, Oswald und Martin, die von den geschnitzten Figuren der Apostel Philippus und Jakobus flankiert werden. Zahlreiche Leinenbilder, geschaffen um 1725, bereichern den Innenraum der schlichten Kirche. Die Seitenkapelle wird von einem ebenfalls um 1725 hergestellten Seitenaltar mit einem Madonnenbild im geschnitzten Rahmen bestimmt.
Wegen der Bevölkerungszunahme im Raume St. Jakob wurde 1957 ein neuer Friedhof angelegt, der bereits 1975 erweitert werden musste.

Text: Herr Kurt Forstner
aus: WOLFSBERG, Geschichte und Kulturdenkmäler

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