Jugendaktivitäten im Juli 2018

Erste Taizé-Reise der Katholischen Jugend 2018
Eine Woche in der besonderen Atmosphäre von Taizé
Doxologie beim Gottesdienst der Reisegruppe in der Krypta der Versöhnungskirche (© Herr Mag. Bernhard Wagner).

Doxologie beim Gottesdienst der Reisegruppe in der Krypta der Versöhnungskirche
(© Herr Mag. Bernhard Wagner).

Kreuzikone von Taizé (© Herr Mag. Bernhard Wagner).

Kreuzikone von Taizé
(© Herr Mag. Bernhard Wagner).

In der Zeit von Sonntag, den 8. Juli bis Sonntag, den 15. Juli fand die diesjährige erste Reise der Katholischen Jugend Kärnten nach Taizé statt.

Der Anreisetag:

Diözesanjugendseelsorger Geistl. Rat Mag. Gerhard Simonitti und Regionaljugendleiter Herr Jakob Mokoru, BEd machten sich gemeinsam mit dem Pfarrer von St. Primus am Turnersee Mag. Hanzej Rosenzopf, drei Jugendlichen und vier weiteren Erwachsenen auf die Reise nach Taizé in Frankreich, Region Burgund-Freigrafschaft, weithin bekannt vor allem durch die dortige ökumenische Brüdergemeinschaft und die vielen Jugendlichen aber auch Erwachsenen die sich einfinden um gemeinsam mit den Brüdern eine Zeitlang in einfachen Verhältnissen zu leben.
Am Morgen des 8. Juli traf man sich vor dem Diözesanhaus in Klagenfurt wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann um 6.00 Uhr aufgeteilt auf einen Kleinbus und einen PKW die lange Fahrt zum Zielort antraten, sicher chauffiert von Geistl. Rat Mag. Simonitti im Bus und Herrn Mokoru, BEd im PKW. Einer der Jugendlichen war in Klagenfurt noch nicht dabei sondern stieß erst etwas später zur Gruppe. Der Weg führte uns zunächst entlang der Südautobahn (A2) und der Tauernautobahn (A10) zur Bundesgrenze am Walserberg bei Salzburg und von dort in die Bundesrepublik Deutschland die Autobahn 8 entlang zunächst zum Chiemsee in Bayern, hier legten wir unsere erste Rast ein. Es folgte die Fahrt vorbei an München, Augsburg und Ulm nach Stuttgart wo wir eine Reiseteilnehmerin aus Deutschland abholten. Weiter ging es nach Karlsruhe und dann südwärts entlang des Schwarzwald über Offenburg und Freiburg im Breisgau an den Rhein zur Grenze nach Frankreich. Vorher gab es die zweite Rast an einer Autobahnraststätte bei Freiburg. Auf französischem Boden folgte der weitere Weg zunächst entlang der A36 über die Städte Mülhausen, Belfort, Montbéliard, Besançon und Dole sowie letztlich über Beaune entlang der A6 bis Chalon-sur-Saône. Von dort aus war es dann nicht mehr allzu weit bis nach Taizé. Auf einer Fahrt durch die beeindruckende Landschaft von Burgund mit ihren kleinen Dörfern und mittelalterlichen Kirchen erreichten wir über den nahegelegenen Ort Cormatin kommend schließlich nach einer Reisezeit von etwa 12 Stunden noch vor dem Abendessen um 19.00 Uhr müde aber voll Freude Taizé. Diese Gelegenheit wurde gleich dazu genutzt um bei den Jugendlichen am Abendessen teilzunehmen wobei wir uns ob der vielen Anwesenden zur Essensausgabe erst einmal eine Weile anstellen mussten. Im Anschluss daran ging es zur Anmeldung verbunden mit Informationen über den Aufenthalt in Taizé. Schließlich begaben sich Geistl. Rat Mag. Simonitti und Herr Mokoru, BEd mit dem größten Teil der Gruppe zwecks Zeltaufbau zum Jugendbereich wo man dann die folgenden Tage über auch wohnen sollte. Der Pfarrer von St. Primus hingegen suchte gemeinsam mit einem weiteren erwachsenen Teilnehmer den Erwachsenenbereich auf, genauer gesagt das sog. Stille-Areal, um dort eine Woche lang in Stille zu leben, ein besonderes Angebot für Erwachsene im Rahmen einer Stille-Gruppe in den Sommermonaten um z. B. einmal richtig in Sich gehen zu können. Auch für Jugendliche gibt es die Möglichkeit der Stille, allerdings in einer etwas anderen Form.

Der Aufenthalt in Taizé:

Das Leben in Taizé ist sehr einfach gehalten und folgt einem typischen Tagesablauf:

  • Von Montag bis Samstag beginnt jeweils um 8.15 Uhr in der sog. Versöhnungskirche das Morgengebet gemeinsam mit den Brüdern. Einen zentralen Bestandteil bilden hier wie auch beim Mittags- und Abendgebet die zahlreichen, wunderschönen Taizé-Lieder an denen sich die meisten Anwesenden aktiv beteiligen. Es gibt die Möglichkeit die Kommunion in zwei Gestalten zu empfangen oder gesegnetes Brot zu sich zu nehmen.
  • Dem Morgengebet folgt das Frühstück im Jugend- und Erwachsenenbereich und schließlich die Bibeleinführung mit Beginn um 10.00 Uhr. Dabei werden verschiedene kurze Bibelabschnitte aus dem Alten- und/oder Neuen Testament in ihrer theologischen Bedeutung besprochen.
  • Um 12.20 beginnt das Mittagsgebet und daran anschließend ist Mittagessen. Wer zum ersten Mal nach Taizé kommt muss sich zuerst an das typische Taizé-Essen gewöhnen. Die Mahlzeiten sind schlicht aber dennoch sehr schmackhaft und vor allem gesund.
  • Der Nachmittag ist in seiner Gestaltung für Jugendliche und Erwachsene unterschiedlich aufgebaut, folgt aber einem gemeinsamen Konzept. Im Wesentlichen geht es darum die behandelten Bibelstellen zu besprechen, für Jugendliche gibt es zudem verschiedene altersgemäße Thementreffen und Workshops. U.a. bei diesen Angeboten lassen sich viele neue Menschen kennenlernen was wegen der Internationalität der Anwesenden in Taizé besonders interessant ist. Außerdem kann man sich beim Üben der Taizé-Gesänge in der Versöhnungskirche ab 14.00 Uhr beteiligen sowie sich um 17.00 Uhr im Jugendbereich zum Teetrinken einfinden.
    Alle anfallenden Arbeiten wie Essensausgabe, Abwaschen, Gelände- und Toilettenreinigung usw. werden von den Jugendlichen und Erwachsenen selbst erledigt und es gilt als selbstverständlich, dass jeder bereit ist etwas zu übernehmen damit alles funktionieren kann. Es existieren noch zahlreiche weitere Tätigkeiten, etwa solche in der Versöhnungskirche im Zusammenhang mit den Gebeten.
  • Um 19.00 Uhr findet man sich zum Abendessen ein, später, mit Beginn um 20.30 Uhr, wird in der Versöhnungskirche das Abendgebet gefeiert. Besonders eindrucksvoll ist selbiges am Freitag und Samstag als „Gebet vor dem Kreuz“ zur Erinnerung an den Karfreitag mit der Passion Jesu und „Gebet mit dem Osterlicht“ erinnernd an die Osterliturgie und die Auferstehung Jesu. In ersterem Fall wird die Kreuzikone von Taizé nach dem eigentlichen Abendgebet im Mittelgang der Kirche, in welchem sich sonst die Brüder aufhalten, niedergelegt und die Anwesenden haben die Möglichkeit vor dem Kreuz knieend in Gedanken mit Jesus zu sprechen. In letzterem Fall bekommen alle Teilnehmer eine dünne Stabkerze (nach einer gewissen Zeit selbsterlöschend) und von einer dieser Kerzen ausgehend wird dann das Licht von Person zu Person weitergereicht was zusammen mit dem Klang der Lieder und den vielen Menschen unterschiedlichen Alters eine unglaubliche Stimmung bewirkt. Im Anschluss daran kann, wer möchte, vor einer Auferstehungsikone im Mittelgang verweilen.
    Erwähnt sei auch die Möglichkeit sich mit Brüdern von Taizé, darunter auch Prior Frère Alois selbst, zu unterhalten oder bei katholischen Priestern die Beichte abzulegen.
    Mit dem Auszug der Brüder sind Abendgebete generell noch nicht beendet. Es wird lange weitergesungen, anfangs in Begleitung eines Bruders am Keyboard. Zahlreiche Jugendliche aber auch Erwachsene verweilen noch stundenlang in der Kirche, bis gegen 1.00 Uhr morgens ist hierbei keine Seltenheit, normalerweise aber sogar noch länger. Zu später Stunde werden es eher mehr da diejenigen, die sich vorher beim sog. Oyak, einer Art Kiosk, aufhielten nun aufgrund der Nachtruhe ab 23.30 Uhr ebenfalls die Kirche aufsuchen um zu lauschen oder selbst mitzusingen. Begleitet wird der Gesang zu dieser Zeit häufig von Instrumenten wie Querflöte oder Gitarre da man sich auch instrumental sehr gut einbringen kann.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Stille-Gruppe im Erwachsenenbereich läuft die Woche insofern etwas anders ab da hier die Nächtigungen, die Bibeleinführung und die Mahlzeiten am Stille-Areal stattfinden. Außerdem entfallen etwa die sonst üblichen Diskussionsrunden zu den Bibelthemen, vielmehr beschäftigt sich jeder selbst mit den Texten und teilt sich die Zeit nach persönlichen Vorstellungen ein wobei man sich üblicherweise zum Studium der Texte, lesen weiterer Literatur, schreiben oder einfach meditieren an stille Orte zurückzieht, hier sind insbesondere die Krypta und Orthodoxe Kapelle der Versöhnungskirche sowie die romanische Dorfkirche von Taizé und jene des nördlich gelegenen, nahen Nachbarorts Ameugny zu nennen. Aber auch die Versöhnungskirche ist zu manchen Zeiten ein sehr ruhiger Ort.

Vor dem Abendgebet am Samstag, den 14. Juli, feierte Geistl. Rat Mag. Simonitti in Konzelebration mit seinem Priesterkollegen mit uns in der Krypta den traditionellen Gottesdienst der Reisegruppe verbunden mit zweigestaltigem Kommunionempfang und Einzelsegen.

Bei aller Schönheit ist der Aufenthalt in Taizé kein Urlaub und kann durchaus ein gewisses Maß an Kondition abverlangen, insbesondere auch dann, wenn man nicht das Glück hat wie heuer die meiste Zeit mit schönem Wetter gesegnet zu sein sondern unter Umständen die Mehrzahl der Tage eher regnerisch und kühl ausfallen. Wer aber einmal in Taizé war und von der dortigen Atmosphäre beeindruckt ist wird unabhängig von der Witterung immer gerne wiederkommen bzw. dort verweilen.

Bis auf einen Teilnehmer, der den Ort zum ersten Mal besuchte, waren alle anderen schon mindestens mehrmals dort womit Taizé für sie bereits zu etwas Besonderem geworden ist, jeder hat hier seinen persönlichen Bezug.
Glücklich ob der schönen Woche traten wir schließlich am Sonntag, den 15. Juli um 8.00 Uhr den Heimweg an, die Rückfahrt erfolgt dabei entlang derselben Strecke wie auch die Anreise. Ankunft beim Diözesanhaus in Klagenfurt war am späten Abend.

Herr Mag. Bernhard Wagner

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