Beschreibung der Markuskirche

Stadtpfarrkirche zum Heiligen Markus

Nicht genau festzulegen ist der Zeitpunkt, wann die erste Kirche oder Kapelle am heutigen Standpunkt des Gotteshauses gebaut wurde. Sicher ist, dass das Gebiet unserer Pfarre bis zum Jahre 811 nach Christus zur Diözese von Aquileia gehörte, weshalb angenommen werden kann, dass im engeren Bereich der existierenden Stadtpfarrkirche schon damals eine St. Markuskapelle oder ähnliches als Zeichen der geistlichen Verbindung zu Venedig, das bekanntlich auch den Heiligen Markus zum Schutzpatron hat, gestanden haben könnte.
Viele alte Kirchen und Denkmäler sind im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut und den jeweiligen Stilrichtungen entsprechend modernisiert worden. So vereint auch die Markuskirche mehrere Baustile in ihren Mauern und läßt sich auf Grund dieser recht gut in ihrer Entwicklung zurückverfolgen.

Romanik

Bereits rund hundert Jahre vor der Verleihung des Stadtrechtes an Wolfsberg (1331) wurde im aufstrebenden Ort ein entsprechendes Gotteshaus errichtet. Im spätromanischen Stil erbaute man eine flachgedeckte, dreischiffige, fünfjochige Pfeilerbasilika mit einem Chorquadrat, worunter sich eine Gruft befand. Anschließend an das Chorquadrat war eine halbkreisförmige Apsis angebaut. Je vier stämmige ungegliederte Pfeiler trugen die Halbkreisbogen der Arkaden mit den Hochmauern des Mittelschiffes, an welches sich die niedrigeren Pultdächer lehnten. Das Mittelschiff war wesentlich höher als die beiden Seitenschiffe und wurde durch ober den Pultdächern in den Mauern gelegene romanische Rundbogenfenster beleuchtet. Mit Ausnahme des Chorquadrates, das mit einem dem Altarraum entsprechenden Gewölbe überdacht war, gab es im Innenraum der Kirche nur flache Decken aus Holz. Das Vorhandensein des Gewölbes beweisen die in den Ecken stehenden Konsolensäulchen, die mit schachbrettartigen Mustern versehen sind. Über dem Chorquadrat erhob sich wahrscheinlich der Turm. Ein vermutlich ebenfalls romanischer, zweigeschoßiger Karner stand südlich der Markuskirche, wurde aber 1828 abgetragen.
Aus der Epoche der Romanik sind neben den erwähnten Ecksäulen im Chorquadrat ein romanischer Fries am Giebel des einstigen Mittelschiffes und darunter ein rundes Kreuzfenster mit einer römischen Inschrift als Unterteil — beide an der westlichen Außenmauer der Kirche — erhalten geblieben. Die bedeutendsten Zeugen der Romanik aber sind das im vordersten rechten Pfeiler eingemauerte Relief des Heiligen Markus mit einem Löwen und das trichterförmige Hauptportal an der Westseite. Dieses Portal ist gewiß eines der kunstvollsten im Kärntner Raum. Rund um die Kirche war damals auch der Stadtfriedhof angelegt, was die zahlreichen in die Außenmauern eingelassenen Grabsteine bezeugen.

Gotik

Die meisten Kirchen des Lavanttales sind vom gotischen Stil geprägt, der seinen Einfluß auch an und in der Stadtpfarrkirche hinterließ, was der späteren Gestaltung der Basilika aber leider viel von ihrer ursprünglichen Wirkung nahm.
So wurde die romanische Apsis durch einen in fünf Seiten eines Achteckes errichteten rippengewölbten Chor mit Strebepfeilern ersetzt. Die Rippen sitzen auf reizvollen Konsolen und tragen am Schlußstein — das ist am Treffpunkt der Rippen — ein Relief des Gotteslammes. Die Kreuzrippen im Chorquadrat stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Die flache Holzdecke wurde — vermutlich wegen Brandgefahr — abgetragen und durch ein feuersicheres Gewölbe, das den ganzen Kirchenraum überspannt, ersetzt. Um dieses Gewölbe tragen zu können, mußten den Mittelschiffpfeilern polygon abgekantete Vorlagen gegeben werden, damit sodann im Mittelschiff, im Chorquadrat und in den Seitenschiffen die Kreuzgewölbe eingesetzt werden konnten.
Zwei Türme wurden aufgeführt, einer an der Nordwand mit einer ebenerdigen Kapelle, der zweite an der Südwand. Der Südturm wurde jedoch später wieder abgetragen. Seine Restformen reichen heute bis zur Dachhöhe der Sakristei, die innerhalb dieses Mauerwerks untergebracht ist. Außerdem erfolgte in der Spätgotik der Zubau der Katharinenkapelle, die ein Netzrippengewölbe aufweist und leider auf die Symmetrie der Außenansichten den ersten störenden Einfluß hinterließ. Ebenso spätgotischem Geschmack entsprechend und in dieser Zeit erbaut ist der über eine Wendeltreppe zu erreichende Sängerchor und die netzrippengewölbte Turmkapelle, die als „Schmerzhafte Kapelle“ bezeichnet wird. Ein an der westlichen Außenwand mit 1474 datiertes Fresko, darstellend das Jüngste Gericht, wurde übertüncht.

Barock

Im Zeitalter des Barock war das Anbauen von Kapellen an bestehende Gotteshäuser sehr beliebt, was aber nicht jedem Bauwerk unbedingt zum Vorteil gereichte, weil dabei ursprüngliche Formen der vorangegangenen Stilepochen gänzlich verschwanden oder zumindest grob verwischt wurden.
Neben der bereits bestehenden Katharinenkapelle erweiterte man die Markuskirche um weitere fünf Kapellen: die Marienkapelle, ein barocker Vorbau auf zwei reich mit Masken geschmückten Pfeilern, die Kunigundenkapelle an der Nordseite, sowie gegenüber die Allerseelenkapelle, die dem Herzen Jesu geweihte Kapelle und die Valentinskapelle an der Südseite. An die Valentinskapelle schließt die Sakristei an, deren Wände die Reste des abgetragenen zweiten Turms sind.
Über den Seitenschiffen entstanden Emporen, die im 19. Jahrhundert mit inzwischen wieder abgetragenen und durch Gitter ersetzten Maßwerkbrüstungen versehen wurden. Der Aufbau der Emporen schuf Probleme mit dem Lichteinfall ins Innere der Kirche, da man die Fenster im Mittelschiff vermauerte und das Mittelschiff mit den Seitenschiffen unter ein gemeinsames Dach brachte. Man konnte nicht umhin, neue in Halbrundbogenform gestaltete Fenster in die aufgemauerten Erhöhungen der Nord- und Südseite einzufügen, die heute für eine eher mangelhafte natürliche Beleuchtung des Innenraumes sorgen.
Im 17. Jahrhundert wurde der alte Turm abgetragen und durch einen neuen ersetzt, den Kaspar Algers 1639 zu bauen begann. Die Höhe des Turmes, der fünf Geschoße in sich birgt, beträgt 72 Meter. Zweimal, 1661 und 1777, gab es Feuer im Turm. Seit dem letzten Brand hat er sein heutiges Aussehen mit dem reizvollen Zwiebelhelm mit Laterne, wie die kleine Galerie unter der Turmspitze auch bezeichnet wird. Auf halber Höhe befindet sich auf rundbogigen, steinernen Trägern eine Galerie mit Schutzgitter, die noch bis 1960 dem Turmwächter zur Ausschau nach etwaigen Bränden in der Umgebung diente. Der Turm, im Wolfsberger Becken von nahezu allen Aussichtspunkten an den Hängen der Kor- und Saualpe als monumentales Merkmal unserer Stadt sichtbar, ist nach der Errichtung einer neuen Treppe in seinem Inneren nunmehr für die Öffentlichkeit wieder zugänglich.
In den Jahren 1962 bis 1964 wurde die Markuskirche einer gründlichen Renovierung unterzogen. Den Umfang dieser Arbeiten bildete ein Gesamtverputz des Baues, die Restaurierung der Kirchturmuhr und auch die unglücklichen Einzeichnungen von Steinsymbolen an den Mauerwerkskanten der Außenmauern und an den Pfeilern im Inneren. Diese Art der „Verzierung“ im Kircheninneren und auf der Fassade findet sich in allzu vielen jüngst renovierten Sakralbauten Kärntens.

Inneres und Einrichtung der Kirche

Der spätbarocke Hochaltar stammt aus dem Jahr 1776. Das Altarbild zeigt den Evangelisten Markus mit dem Löwen und ist ein bemerkenswertes Werk des bekannten Barockmalers Martin Johann Schmidt, auch „Kremser Schmidt“ genannt, der 1801 in Krems gestorben ist. Über diesem Bild, getrennt durch ein Chronographikon mit der Jahreszahl 1777 und der Inschrift „Dive Marce, conserva tuos Wolfspergenses“ (Heiliger Markus, schütze deine Wolfsberger), befindet sich eine Darstellung des Heiligen Franz Xaver vom selben Meister. Seitlich stehen die lebensgroßen Statuen der Apostelfürsten Petrus und Paulus. Die vier hohen Fenster des Presbyteriums waren wie alle anderen Fenster der Kirche ursprünglich bemalt, mußten jedoch wegen der bereits erwähnten schlechten Lichtverhältnisse im Inneren im Zuge der Innenrenovierung 1972 durch einfache Glasfenster ersetzt werden.
An den Wänden des Presbyteriums stehen auf Konsolen die großen Holzstatuen Kaiser Heinrichs II. des Heiligen und seiner Gattin Kunigunde. Heinrich II. war der Stifter des Bistums Bamberg und erfreute sich bei der bambergischen Bevölkerung größter Beliebtheit. Die Statuen stammen vom gleichen Meister wie die Altarplastik. An der Nordseite des Presbyteriums befindet sich ein Fenster, das einst durch die Turmkapelle erreichbar war und den gräflichen Bewohnern des Schlosses als Loge wahrend der Heiligen Messe diente.
Die erste Kapelle im nördlichen Seitenschiff zeigt spätgotischen Stil und ein Netzrippengewölbe. Sie war früher mit einem Altar versehen, der jetzt in der mittleren nordseitigen Marienkapelle aufgestellt ist. Zwischen diesen beiden Kapellen steht in einer Grotte eine Lourdesmadonna.
Den Altar in der Marienkapelle aus dem Ende des 17. Jahrhunderts schmückt als Hauptbild die Darstellung der Vermählung Katharinas mit Jesus und darüber ein kleines Bild der Heiligen Cäcilia. Die Bilder sind Kopien nach dem berühmten italienischen Maler Veronese. Die Kapelle selbst war die Familienkapelle derer von Bayerhofen und wurde am 16. Juni 1661 von Maximilian Gandolf, Fürstbischof von Lavant, später Fürsterzbischof von Salzburg, in Anwesenheit des Freiherrn Christoph von Waidmannsturf zu Ehren des Heiligen Antonius eingeweiht. Daran erinnern sowohl ein eingemauerter Stein als auch die seitlich stehende Statue des Heiligen Antonius aus dem 18. Jahrhundert. Auch eine Gruft von Bayerhofen befindet sich hier.
Die letzte Kapelle an der Nordseite ist der Heiligen Kunigunde gewidmet. Das Altarbild wurde 1667 vom Antwerpener Maler J. B. von Rüll gemalt und zeigt die Gottesurteilszene der Heiligen Kunigundis, der Gemahlin Heinrichs II. Der Bamberger Bischof Philipp Valentin Voit von Reineck stiftete dieses Bild für die Minoritenkirche, von der es 1821 in die Stadtpfarrkirche kam und mit einem Rahmen des späten 18. Jahrhunderts versehen wurde.
Gegenüber der Kunigundenkapelle befindet sich die Allerseelenkapelle, die mit einer lebensgroßen Kreuzigungsgruppe vor dem gemalten Jerusalem und darunter Schnitzfiguren von Verdammten ausgestaltet ist. All diese Arbeiten stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Die mittlere Kapelle an der Südseite birgt den Herz-Jesu-Altar, der früher einmal Sakramentsaltar war. Das Altarbild, ein Herz-Jesu-Motiv in barocken Formen, entstammt dem 19. Jahrhundert, die Statuen der Hohen Priester Melchisedech und Aaron sind gute Grödener Schnitzarbeit. Ein Gedenkstein in der Kapelle erinnert an einen bambergischen Kanzler, der 1652 starb.
Die letzte Kapelle an der Südseite, in der auch Bänke fur die Gläubigen aufgestellt sind, ist dem heiligen Valentin geweiht. Eine Gruft unter dem Altar ist durch einen Stein mit der Jahreszahl 1655 verschlossen.
Das Altarbild des Münchner Malers Malknecht zeigt den wundertätigen Bischof Valentin, dessen Armbein sich darunter in einem aus Ebenholz gefertigten barocken Reliquienschrein, der mit zarten Silberauflagen verziert ist, befinden soll. Dieser Reliquienschrein, mit 1663 datiert und mit G. R. bezeichnet, stellt ein Werk des Augsburger Goldschmiedes Georg Reischl dar. Diese hinter Glas sichtbare Reliquie des Heiligen Valentin sandte der Bambergische Bischof Philipp Valentin laut einer Urkunde 1663 zum besonderen Troste seinen Untertanen nach Wolfsberg. Hier wurde sie vorerst im Minoritenkloster aufbewahrt und nach dessen Auflösung 1812 in die Stadtpfarrkirche überstellt. Die Statuen am Altar stellen den Heiligen Joachim und die Heilige Anna dar.
Neben einigen in den Innenmauern der Kirche eingelassenen Grab- und Gedenksteinen verdienen die links und rechts des Volksaltares eingemauerten Monumente besondere Erwähnung. Links vom Aufgang zum Presbyterium steht ein bemerkenswerter Wappenstein des 1506 verstorbenen bambergischen Vizedoms Heinrich von Guttenberg, daneben ein schönes Grabmal des Ritters Dristram von Schaumberg. Dieser Stein zeigt im Relief einen gerüsteten Ritter mit einem Banner in der rechten Hand.
Rechts des Volksaltars befindet sich der Denkmalstein des Ritters Anton von Himmelberg aus dem Jahre 1457, der aus rotem Marmor gearbeitet ist.
Daneben stand früher die sogenannte „Volksorgel“ welche im Zuge von Renovierungsarbeiten 1970 aus dem Wehrkirchlein Sommerau bei Reichenfels hierher überstellt wurde und 2007 dorthin zurückgekehrt ist. Dahinter befand sich ehemals auch eine Türe zur Sakristei, durch welche die Geistlichen den Weg vom Hochaltar zur Predigt auf die Kanzel und zurück nahmen. Da die Kanzel ganz und gar nicht ins Baugefüge des Kircheninneren paßte, wurde sie in den Sechziger-Jahren des vergangenen Jahrhunderts abgetragen.
Zwischen der Katharinenkapelle und dem Schaumberggrabmal führt ein schmaler Durchgang zur Turmkapelle, welche der Schmerzhaften Muttergottes geweiht ist und im späten 14. Jahrhundert erbaut wurde. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges fand darin noch der Religionsunterricht statt. Auf halber Höhe der Kirche stehen auf den Pfeilern des Mittelschiffes auf Konsolen Grödener Heiligenfiguren des Heiligen Josef, Heiligen Leonhard, Heiligen Philippus d. J., Heiligen Jakobus und Heiligen Nikolaus. Eine Statue des Heiligen Judas Thaddäus aus der Werkstatt des bekannten Kärntner Kirchenrestaurators Konrad Campidell wurde am 24. November 1961 geweiht. Im vordersten rechten Langhauspfeiler findet sich das bereits erwähnte Relief des Markuslöwen mit dem Kopf des Evangelisten, das Ähnlichkeiten zu spätromanischen dalmatinischen Bildnissen aufweist und in das 12. oder beginnende 13. Jahrhundert datiert werden kann.
Die gotischen Fresken in den Gewölben des Mittelschiffes wurden erst im Jahre 1972 vom Restaurator Walter Campidell entdeckt und an den Tag gebracht. Die um 1450 entstandenen Malereien zeigen im ersten Joch Blumenornamente; im zweiten Joch sind die Symbole der vier Evangelisten — Mensch, Löwe, Stier und Adler — dargestellt, wobei die Evangelisten jeweils einem Papst oder Bischof ein Evangelienbuch überreichen. Das Schallloch in der Mitte ist von musizierenden Engeln umgeben. Die künstlerisch wertvollen Fresken sind sowohl in der Art und Form der Darstellung als auch in der Komposition von besonderem Reiz und großer Ausdruckskraft, weshalb ihre Entdeckung die Markuskirche auch künstlerisch bedeutend aufwertete.
Im Zuge dieser vollständigen Innenrenovierung wurden auch die farbigen Butzenscheiben, da sie nur mangelnden Lichteinlaß gewährten, durch einfarbige Scheiben unter Wahrung des sakralen Charakters ersetzt, eine Bodenheizung installiert und neue Bänke und Beichtstühle zur Aufstellung gebracht.
Auf der durch eine gotische Wendeltreppe zu erreichenden Musikempore steht eine mit 23 Registern ausgestattete Orgel, die von Martin Hechenberger in Passau gebaut und 1898 aufgestellt wurde.
Fünf Glocken hängen im Gebälk des Turmes, von denen die „St. Markus-Heldenglocke“ während des Zweiten Weltkrieges eine weite Irrfahrt hinter sich bringen mußte, ehe sie auf einem Alteisenplatz in Hamburg aufgefunden wurde und im Oktober 1949 wieder ihre Klänge im Tone C in der Heimat erschallen lassen konnte. Ihre Paten sind die Gräfin Eva und der Graf Alfons Henckel von Donnersmarck, deren Namen neben 109 Namen von im Ersten Weltkrieg gefallenen Kriegsteilnehmern der Pfarre Wolfsberg auf der Glocke eingraviert sind. Das Gewicht der in der Gießerei Samassa in Wiener Neustadt gegossenen Glocke beträgt 1918 Kilogramm.
Außer den erwähnten Kunstschätzen verdienen noch einige Gerätschaften und Paramente Erwähnung:
Die große Monstranz ist eine gute Kunstarbeit aus Silber aus dem Jahre 1611 und mehrere Kilo schwer. Aus der selben Zeit stammt auch ein prächtiger, vergoldeter Silberkelch. Eine kleine Silbermonstranz im Renaissancestil aus dem Jahre 1772 wird als „Blutmonstranz“ bezeichnet, da sie zum Gedenken an die Judenvertreibung hergestellt wurde.

Um die Stadtpfarrkirche

Das Äußere der Kirche wird geprägt von der Westseite mit ihrem Stufenaufgang vom Schulplatz aus und dem trichterförmigen Hauptportal.
Die Westfront hat am Giebel des einstigen Mittelschiffes ein romanisches Fries mit würfelförmiger Basis. Dazwischen befindet sich ein romanisches, rundes Kreuzbogenfenster mit einem römischen Inschriftstein als Unterteil und unterhalb an beiden Seiten je ein Rundbogenfenster der ehemaligen Seitenschiffe. Wiederum schräg darunter zwei kleinere Rundfenster, die den Seitenschiffen Licht spenden.
Für das romanische Trichterportal soll an dieser Stelle die treffende Beschreibung des verstorbenen St. Johanner Kunstliebhabers Alois Glawan nicht fehlen: „Besonders schätzenswert aber ist das prächtige, aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammende romanische Trichterportal. Nach der Sitte dieses Stils ist das Türgewände eingestuft und jede der drei Stufen beiderseits mit Säulen ausgesetzt, welche abwechselnd Tellerbasen, Knospenkapitelle, Rosettenmuster und Halbkreisfriese spätromanischen Charakters tragen. Derselbe Wechsel von Rundstäben und erwähnten Mustern setzt sich im Portalbogen fort, den zuäußerst der Saum eines breiten Rundbogenfrieses abschließt. Der Portalbogen umgibt das halbkreisförmige Bogenfeld ober dem Türsturz, das sogenannte Tympanon. Dieses ist geschmückt mit einer alten Bemalung, Christus als Richter mit Engeln darstellend (Meister unbekannt). Das Portal zeigt nahe stilistische Beziehungen zu den Portalen der Pfarrkirchen zu St. Veit und insbesondere zu jenen von Völkermarkt. Es gehört zu den besten seiner Art in Kärnten.“
Neben dem Haupttor gibt es noch zwei weitere Eingänge in die Kirche. An der Südseite wurde während der Renovierung zu Beginn der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts ein Windfang errichtet, der zwar im Inneren der Kirche für eine höhere Temperatur während des Winters sorgt, sonst aber eher nicht ins Gefüge der Außenansicht paßt. Im Innenraum dieses Windfanges stehen auf Konsolen die Statuen Heinrichs II. und seiner Gattin Kunigundis, die einst den Hochaltar der Minoritenkirche zierten. Das zweite Tor neben dem Turm führte ehemals in die Schmerzhafte Kapelle und ist heute zugemauert, wenngleich die eiserne Türe noch gesehen werden kann.
Da sich um die Kirche einst ein Friedhof befand, geben mehrere Grabsteine den Außenwänden ihr Gepräge. Die bedeutendsten sind die beiden Epitaphe der Brüder Simon und Johann Hammer, die beide als Wappen einen Felsen mit Hammer tragen. Simon vereinigte 1561 die Pfarren von Wolfsberg und St. Johann, Johann war der erste Dechant von Wolfsberg. Ein weiterer interessanter Grabstein, ein Ritter in Rüstung mit Banner und Schwert, erinnert an Hans von Himmelberg auf Himmelau, der um 1550 in einem Feldzug gegen die Türken fiel.
In der Nordmauer des Turmes befindet sich neben einem Reliefgrabstein auch ein Römerstein, der einen Mann mit Toga und aufgeschlagenem Buch zeigt. Hiebei dürfte es sich entweder um eine alte Darstellung des Kirchenpatrons Markus oder um ein Grabrelief eines römischen Schreibers handeln. Die anschließende Nische zwischen Katharinen- und Marienkapelle birgt eine Steingruppe „Jesus am Ölberg und die drei schlafenden Jünger“ aus dem 18. Jahrhundert. Die angeführten Reliefsteine und Figuren an der Außenseite sind die beachtenswertesten Kunstwerke, wobei aber erwähnt werden muß, dass auch alle anderen Steine manches aus der Geschichte Wolfsbergs und dem Leben und Sterben seiner ehemaligen Bürger zu erzählen vermögen.

Ursprünglicher Text: Herr Kurt Forstner
aus: WOLFSBERG, Geschichte und Kulturdenkmäler
Aktualisierte Fassung: Herr Mag. Bernhard Wagner

Kommentar verfassen